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Buchführungspflicht

Laut dem Handelsgesetzbuch (HGB) und dem Steuerrecht ist jeder Kaufmann zu einer ordnungsgemäßen Buchführung verpflichtet. Nach dem Handelsrecht ist jeder ein Kaufmann, der ein Handelsgewerbe betreibt. Die steuerliche Buchführungspflicht ergibt sich je nach der Art der Tätigkeit und ist in den §§ 140 und 141 (AO) geregelt. Nach der Abgabenordnung wird die Buchführungs- und Bilanzierungspflicht in derivativ und originär unterteilt. Unter die derivativen Buchführungspflichten fallen Kaufleute. Die originäre Verpflichtung besteht zum Beispiel für Forst- und Landwirte. Freiberuflich arbeitende Branchen, wie Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Journalisten fallen anders als Kaufleute nicht unter die Buchführungspflicht. Ein Gewerbetreibender mit Kleingewerbe wird nicht als Kaufmann eingestuft. Es besteht in der Regel keine Verpflichtung zur Buchführung.

Nicht jeder Kaufmann ist zur Buchführung verpflichtet

Für Kaufleute, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren Umsatzerlöse von nicht mehr als je 600000 Euro erwirtschaften und eine Gewinnerzielung von nicht mehr als je 60000 Euro nachweisen können, entfällt die Verpflichtung zur Buchführung. Diese Vereinfachungen im Handelsrecht wurden schon im Jahr 2009 eingeführt und im Bürokratieentlastungsgesetz vom 28.7.2015 entsprechend angehoben. Für alle anderen Kaufleute ist die Durchführung der Buchführung verpflichtend.

Als Buchführungssystem verwenden Kaufleute die doppelte Buchführung verwendet

Damit alle Geschäftsvorfälle nachvollziehbar sind, wenden Kaufleute die doppelte Buchführung an. Bei diesem Buchführungssystem werden alle Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens auf zwei Konten gebucht. Die Buchungen werden, je nachdem um was für einen Geschäftsvorfall im Soll oder im Haben gebucht. Am Ende des Geschäftsjahres werden zur Gewinnermittlung alle Salden der Konten zusammengefasst. Dies vereinfacht die Arbeit des Buchhalters oder des Steuerberaters der Kaufleute. Kleinunternehmer verwenden als Buchführungssystem oftmals die einfache Buchführung. Die Gewinnermittlung erfolgt bei Freiberuflern mit der sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Zu Ermittlung des Gewinns werden nur die Einnahmen den Ausgaben gegenüber gestellt.

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