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Freizeitausgleich

Wer die im Arbeitszeitgesetz oder im Arbeitsvertrag festgelegte maximale Arbeitszeit überschreitet, hat Anspruch auf Freizeitausgleich. Damit soll eine Überlastung der Arbeitnehmer mit all ihren gesundheitlichen Folgen verhindert werden. Eine freie Wahl, wann der Zeitausgleich stattfindet, haben Arbeitnehmer jedoch nur, wenn dies ausdrücklich im Arbeitsvertrag fixiert ist. Ansonsten steht es dem Arbeitgeber frei, den Arbeitnehmer von seiner Arbeitsleistung freizustellen.

Überstundenabbau – Anordnung durch den Arbeitgeber

Fällt mehr Arbeit an, als vertraglich oder gesetzlich vorgesehen, sieht das Arbeitsrecht vor, den Arbeitnehmer durch eine Vergütung der Mehrstunden oder durch Stundenausgleich zu entschädigen. Ein Rechtsanspruch auf Überstundenvergütung besteht jedoch nicht. Wann Arbeitnehmer die Mehrleistung abbummeln dürfen, liegt in der Regel jedoch im Ermessen des Arbeitgebers. Betriebliche Belange haben hier Vorrang vor den Interessen des Arbeitnehmers. Deshalb ist es auch rechtens, den Überstundenabbau ohne vorherige Kündigung anzuordnen.

Regelungen zum Stundenabbau

Sammeln sich auf dem Arbeitszeitkonto Plusstunden an, sollte zeitnah – spätestens zu Jahresende – ein Abbau erfolgen. Als Überstunden gilt die Mehrarbeit, die vom Arbeitgeber angeordnet oder genehmigt wurde. Nur in diesen Fällen dürfen Arbeitnehmer mit mehr Freizeit rechnen. Ausnahmen sind jedoch möglich: Natürlich kann einvernehmlich vereinbart werden, wann der Stundenabbau stattfinden soll. Auch eine individuelle arbeitsvertragliche Regelung ist möglich, etwa, um Eltern die Gelegenheit zu geben, ihren Erziehungspflichten besser nachkommen zu können. Klare Regelungen für die Handhabung nützen jedoch ebenso Arbeitgebern. Damit wird im Vorfeld Unstimmigkeiten vorgebeugt.

Kein Ausgleich bei Krankheit

Wer seine Stunden abfeiern möchte, sollte jedoch eines wissen: Der Anspruch auf Freizeitausgleich verfällt bei Krankheit. Anders als beim Urlaub besteht kein Anspruch darauf, die Mehrarbeit durch eine rechtzeitig eingereichte Krankmeldung gutgeschrieben zu bekommen. Das Bundesarbeitsgericht stellte sich hier auf den Standpunkt, dass der Freizeitausgleich anders als Urlaub nicht dem wichtigen Erholungszweck dient. Wer erkrankt, hat in diesem Fall schlichtweg Pech.

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