Login

Handwerkskammer

Die Industrie- und Handwerkskammern (IHK) in Deutschland sind das Organ der kaufmännischen und industriellen Betriebe und Unternehmen in den einzelnen Bundesländern. Derzeit gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 78 Industrie- und Handwerkskammern sowie die Handwerkskammer Hamburg.

Interessensvertretungen für Kaufleute sind hierzulande schon seit dem Mittelalter bekannt. Handelskammern entstanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert als Interessensvertretung von Kaufleuten. Die erste Kammer, die der heutigen Form entsprach, wurde im Jahr 1830 in Wuppertal gegründet. Im Kaiserreich wurde das Handelskammerrecht vereinheitlicht. Ab den 1920er Jahren erfolgte die Bezeichnung als Industrie- und Handelskammern. Die NS-Herrschaft und die Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg bedeuteten tiefgreifende Umbrüche. 1956 wurde in der Bundesrepublik das Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern erlassen. Es bildet bis heute die Rechtsgrundlage für die Tätigkeit der IHKs.

Die Mitgliedschaft in den Handwerkskammern ist für Mitglieder kostenpflichtig

Für selbstständige Unternehmer und Existenzgründer besteht eine Pflichtmitgliedschaft. Ausgenommen sind Landwirte, Freiberufler und Handwerker. Handwerker sind Mitglieder in der jeweiligen Innung oder bei der Kreishandwerkschaft.

Die Industrie- und Handwerkskammern werden in Deutschland in Selbstverwaltung geführt. Dies bedeutet, dass sich die Kammern unabhängig vom Staat finanzieren und ihre Entscheidungen selbst treffen. Die Finanzierung der Kammern erfolgt aus den Mitgliedsbeiträgen. Mit dem Eintrag in das Verzeichnis der jeweiligen Kammer müssen die Unternehmen einen Beitrag entrichten. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach der Art des Unternehmens. So zahlen Mitglieder, die ein Kleingewerbe betreiben, einen geringeren Beitrag als Unternehmen, die in das Handelsregister eingetragen sind. Eine Befreiung für kleine Unternehmen ist auf Antrag möglich. Auch Existenzgründer können sich in den ersten zwei Jahren von den Beiträgen befreien lassen.

Die Handwerkskammern haben zahlreiche Aufgaben

Als Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft übernehmen die Handwerkskammern viele verschiedene Aufgaben. Im jeweiligen Kammerbezirk werden von der Industrie- und Handwerkskammer jährlich die Zwischen- und Abschlussprüfungen der Auszubildenden abgenommen. Des Weiteren bieten die Kammern verschieden Fort- und Weiterbildungen für ihre Mitglieder an, die für die Ausübung ihrer Berufe wichtig sind. Auch Existenzgründer werden von den Industrie- und Handwerkskammern unterstützt und entsprechend geschult. Des Weiteren sind die Kammern für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft in der Region zuständig.

Die Organe der IHK

Die Geschäfte der Kammer werden vom Hauptgeschäftsführer verantwortet. Er wird von der Vollversammlung bestellt, dem Vertretungsorgan der Mitglieder. Diese wird alle drei bis sechs Jahre gewählt und entscheidet über Arbeitsschwerpunkte, Finanzen und grundsätzliche Angelegenheiten. Aus der Vollversammlung werden üblicherweise Ausschüsse zu bestimmten Themengebieten gebildet, die Versammlung und Geschäftsführung im jeweiligen Bereich beraten – zum Beispiel ein Ausschuss für Finanzen, digitale Transformation, Berufsbildung, Außenwirtschaft usw..

« Zurück zum Glossar-Index