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Industrie- und Handelskammer (IHK)

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) ist in Deutschland ein Selbstverwaltungsorgan der regionalen Wirtschaft, dem Gewerbetreibende und Unternehmen angehören. Wirtschaftlich handelt es sich um einen Verband, rechtlich um eine berufsständische Körperschaft des öffentlichen Rechts. Es gibt in der Bundesrepublik insgesamt 79 IHKs. Ihr Dachverband ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag.

Eine traditionsreiche Einrichtung

Handelskammern entstanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert als Interessensvertretung von Kaufleuten. Die erste Kammer im heutigen Sinn war die 1830 gegründete Handelskammer von Elberfeld und Barmen. Im Kaiserreich wurde das Handelskammerrecht vereinheitlicht. Ab den 1920er Jahren erfolgte die Bezeichnung als Industrie- und Handelskammern. Die NS-Herrschaft und die Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg bedeuteten tiefgreifende Umbrüche. 1956 wurde in der Bundesrepublik das Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern erlassen. Es bildet bis heute die Rechtsgrundlage für die Tätigkeit der IHKs.

Aufgaben im Überblick

Für Gewerbetreibende, die eine Betriebsstätte im jeweiligen Kammerbezirk unterhalten, gilt eine Pflichtmitgliedschaft in der örtlichen Industrie- und Handelskammer. Kraft Gesetz vertritt die Kammer die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder gegenüber dem Staat und nimmt bestimmte Verwaltungsaufgaben wahr. In diesem Rahmen berät und unterstützt sie ihre Mitglieder in vielfältigen Fragen der unternehmerischen Tätigkeit, kümmert sich um Informationsbeschaffung und -bereitstellung. Sie führt Fort- und Weiterbildungen hin zu anerkannten IHK-Abschlüssen durch, achtet auf fairen Wettbewerb und nimmt das Gesamtinteresse der Unternehmen im Kammerbezirk wahr.

Die Organe der IHK

Die Geschäfte der Kammer werden vom Hauptgeschäftsführer verantwortet. Er wird von der Vollversammlung bestellt, dem Vertretungsorgan der Mitglieder. Diese wird alle drei bis sechs Jahre gewählt und entscheidet über Arbeitsschwerpunkte, Finanzen und grundsätzliche Angelegenheiten. Aus der Vollversammlung werden üblicherweise Ausschüsse zu bestimmten Themengebieten gebildet, die Versammlung und Geschäftsführung im jeweiligen Bereich beraten – zum Beispiel ein Ausschuss für Finanzen, digitale Transformation, Berufsbildung, Außenwirtschaft usw..

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