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Innungen

Innungen sind eine Einrichtung des Handwerks. Deshalb findet man auch häufig den Begriff Handwerksinnungen. Eine Innung fungiert als fachliche Interessenvertretung jeweils eines bestimmten Handwerks oder Handwerksbereichs auf kommunaler Ebene – meist für einen Landkreis oder eine Großstadt. Es gibt in Deutschland rd. 7.000 Handwerksinnungen. Vergleichbare Einrichtungen bestehen auch in Österreich.

Vom Zunftwesen zum Innungswesen

Innungen sind Nachfolger der Zünfte. Eine Zunft regelte im Mittelalter umfassend die Tätigkeit von Handwerkern. Das Zunftwesen war wesentlicher Teil der Wirtschaftsordnung in den mittelalterlichen Städten. Das blieb so bis in die frühe Neuzeit. Im Zeitalter der Industrialisierung verloren die Zünfte einen Großteil ihrer früheren Funktion und Bedeutung. Dennoch gab es weiterhin Handwerkszusammenschlüsse. Im deutschen Kaiserreich (ab 1871) kam es zu zahlreichen Innungsgründungen. Das Innungswesen überdauerte den Nationalsozialismus und wird in der Bundesrepublik fortgeführt. Geregelt ist es in der Handwerksordnung (§§ 52 ff. HwO).

Die Aufgaben von Innungen heute

Kernaufgabe einer Innung ist die fachliche Interessenvertretung des jeweiligen Handwerks vor Ort. Diese erfolgt u.a. durch Fachschulungen und Lehrgänge, Gesellenprüfungen im Auftrag der Handwerkskammer, Erstellung von Gutachten oder Auskunftserteilung bei Handwerksfragen, Förderung des guten Zusammenwirkens zwischen Meistern, Gesellen und Lehrlingen und Streitschlichtung unter Handwerkern. Darüber hinaus vertritt die Innung ihr Handwerk in der Öffentlichkeit.

Die Innungsorganisation

Rechtlich bildet eine Innung eine Körperschaft öffentlichen Rechts unter Rechtsaufsicht der jeweiligen Handwerkskammer. Im Unterschied zur Mitgliedschaft in Handwerkskammern ist die Innungsmitgliedschaft freiwillig. Der Vorsitzende einer Innung ist der Obermeister. Als Innungsgremien bestehen Ausschüsse für bestimmte Bereiche (Berufsbildungsausschuss, Gesellenprüfungsausschuss, Schlichtungsausschuss) und der Fachbeirat als zentrale Anlaufstelle für fachliche Fragen. Die Kreishandwerkerschaft ist ein Innungszusammenschluss auf Kreisebene. Auf Landesebene erfolgt die Organisation ggf. in Landesinnungsverbänden, auf Bundesebene bestehen Bundesinnungsverbände oder Zentralfachverbände. Der Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH) als Dachverband der Innungsverbände fungiert als Arbeitgeberverband für das Deutsche Handwerk.[

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