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Kapitalbeschaffung

Die Kapitalbeschaffung ist in jedem Unternehmen ein wichtiger Faktor. Sie ist es, die die Ressourcen für die unternehmerische Tätigkeit generiert. Besonders relevant ist das natürlich für den Existenzgründer, der sein Unternehmen aufbaut. Doch auch im Rahmen der laufenden Unternehmensprozesse kann es immer wieder wichtig sein, dass Kapital für das Unternehmen beschafft wird. Kapital meint in diesem Zusammenhang nicht nur Geld. Auch Sachgüter sind für die meisten Unternehmen unverzichtbar. Das können Rohstoffe und Maschinen für einen verarbeitenden Betrieb sein, die Rechner für das Büro oder die Telefone für den Außendienst.

Unterscheidungen im Unternehmenskapital

Wichtig ist, in welcher Form das Kapital eines Unternehmens gestaltet ist. Man unterscheidet dabei zwischen Eigen- und Fremdkapital. Je höher der Eigenkapitalanteil in einem Unternehmen ist, umso besser wird seine Bonität in der Regel eingeschätzt. Die Kapitalbeschaffung ist also nicht nur unverzichtbar für den Aufbau und den Betrieb eines Unternehmens. Ihre Art hat auch eine hohe Aussagekraft für das Standing eines Unternehmens im Business und selbstverständlich auch für die Seriosität. Zudem ist es für einige Rechtsformen von Unternehmen auch gesetzlich vorgeschrieben, dass Eigenkapital in Form von Einlagen in bestimmter Höhe erbracht wird. Nur dann darf das Unternehmen gegründet werden.

Auf welchem Weg wird Kapital beschafft?

Für die Herkunft von Fremdkapital, das die meisten Unternehmen einsetzen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Klassisch sind dabei die Kredite, die Unternehmen meist bei der Hausbank des Inhabers beantragen. Diese Darlehen werden nach einer genauen Überprüfung der Bonität des Antragstellers ausbezahlt. Oft können auch Fördermöglichkeiten, etwa durch die KfW-Bank der Kreditanstalt für Wiederaufbau, genutzt werden, wenn das Unternehmen dafür die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Die Kredite werden in Darlehenssumme, Laufzeit und Rückzahlungsmodalitäten für das Unternehmen individuell konzipiert, sodass eine maßgeschneiderte und somit bedarfsgerechte Kapitalbeschaffung möglich ist.

Eine andere Form der Beschaffung von Kapital ist es, dass Kapitalanlegern die Möglichkeit einer Beteiligung geboten wird. Dabei sollte natürlich auch berücksichtigt werden, dass eine solche Beteiligung in der Regel immer auch mit einer Überlassung von Rechten verbunden ist. Unternehmer sollten in diesem Zusammenhang gründlich prüfen, ob diese Überlassung in ihr Unternehmenskonzept und die damit verknüpften Strategien passt. Kapital kann auch mit Anleihen beziehungsweise aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen des Unternehmens verwirklicht werden. In der Bilanz können sich auch Außenstehende einen guten Einblick in die Vermögensverhältnisse eines Unternehmens verschaffen und so die Bonität potenzieller Businesspartner beurteilen. Während die linke Seite (Aktivseite) die Mittelverwendung, zum Beispiel in Sachgüter, dokumentiert, ist die rechte Bilanzseite (Passivseite) für die Herkunft der Mittel reserviert. Es kann also durchaus von den Interessenten recherchiert werden, wie hoch der Anteil von Eigenkapital und Fremdkapital in einem Unternehmen ist. Zudem ist auch dargestellt, ob eine Beteiligung oder eine Anleihe umgesetzt worden ist und wie die eventuell rechtlich relevanten Einlagen in einem Unternehmen gestaltet sind.

Die Art der Kapitalbeschaffung sollte also sorgsam gewählt werden, da sie auch mit der Außendarstellung eines Unternehmens verbunden ist. Und: Je höher der Kapitalwert ist, den es zu beschaffen gilt, umso professioneller sollte dies abgewickelt werden, damit die Zinsbelastung optimal gestaltet werden kann. Kapitalbeschaffung gehört also in einem Unternehmen in die Hände eines Experten, der den Markt einschätzen kann und aus den verfügbaren Angeboten auch das Optimale auswählen kann.

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