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Umkleidezeiten

In vielen Branchen müssen Arbeitnehmer vom Arbeitgeber vorgeschriebene Berufskleidung tragen. Diese Dienstkleidung darf in vielen Unternehmen aus hygienischen Gründen nicht schon zu Hause angezogen werden. Dies gilt für viele Beschäftigte in der Lebensmittelbranche wie beispielsweise Köche, Bäcker oder Konditoren. Gleiches gilt auch für Angestellte in einigen Heilberufen. Dazu zählen unter anderem Alten- und Krankenpfleger, Krankenschwestern oder auch Arzthelferinnen. Auch auffällige Arbeitskleidung oder Kleidung, die erkennen lässt, wo der Arbeitnehmer beschäftigt ist, muss nicht unbedingt schon zu Hause angezogen werden. Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, für den Arbeitgeber Reklame zu laufen. Das Arbeitsrecht sieht für diese Branchen mit Kleiderordnung vor, dass die Zeit zum Umziehen als Arbeitszeit vergütet werden muss. Die Bezahlung der Umkleidezeit ist auch als Pauschale möglich.

Auch der Weg von der Umkleide zum Arbeitsplatz muss vergütet werden

In einigen Branchen zählen die Wegezeiten der Arbeitnehmer von und zu den Umkleiden zur Umkleidezeit. Deswegen muss diese Zeit vom Arbeitgeber genauso vergütet werden, wie das Umziehen in der Umkleide. Die Gerichte sind sich einig, dass die Umkleidezeiten als Arbeitszeit berechnet werden müssen. Allerdings sind sie sich noch nicht einig, wie diese Zeiten von den Arbeitgebern bezahlt werden müssen.

Die Umkleidezeit muss nicht immer vergütet werden

Wenn der Arbeitnehmer Arbeitskleidung von seinem Arbeitgeber erhält, die er auch privat tragen darf, ist es möglich, dass die Umkleidezeit nicht gezahlt werden muss. Dies begründen die Gerichte damit, dass die Bekleidung nicht unbedingt erst im Betrieb angezogen werden muss. Dies gilt zum Beispiel für einige Dienstleistungsbetriebe, Handwerker oder Pflegeberufe, die keine sterile Kleidung benötigen oder bei denen Hygiene keine Rolle spielt. Auch durch den Tarifvertrag der jeweiligen Branche kann die Bezahlung der Umkleidezeiten ausgeschlossen werden.

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