Arbeitszeugnis erstellen: Tipps beachten und einfach online vorgehen

Von Recht
Arbeitszeugnis erstellen: Tipps beachten und einfach online vorgehen Lesedauer: 4 Minuten

Kleinere Unternehmen stehen, so wie größere Unternehmen auch, nach § 109 der Gewerbeordnung (GewO) in der Pflicht, jedem Mitarbeiter nach Beenden seines Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis zu erstellen und in gedruckter Form auszuhändigen. Dessen Wortlaut muss klar zu verstehen sein. Für Azubis greift bei der Zeugnispflicht § 16 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Vor allem für kleine Firmen bedeutet es einiges an Arbeits- und Zeitaufwand, Arbeitszeugnisse korrekt zu verfassen, wenn sie nach herkömmlicher Methode, etwa per Word, vorgehen. Mittels Internet-Lösung machen sie es sich um einiges leichter, da Sie somit Arbeitszeugnisse online erstellen. Ob Sie nun althergebracht vorgehen oder per Webbrowser moderne Arbeitszeugnisse verfassen: Stets gilt bei der Erstellung dieser Dokumente zu beachten, dass die Formulierungen rechtlich wasserdicht sein müssen.

Wenn Sie als KMU-Inhaber herausfinden möchten, wie die Lage der Rechtsprechung zum Thema Arbeitszeugnisse aussieht, werden Sie feststellen, dass es immer wieder zu Rechtsfällen und somit zu neuen Urteilen in diesem Bereich kommt.

Denn: „Inhalt und Wortlaut des Zeugnisses entscheiden […] über das berufliche Fortkommen eines Arbeitnehmers mit. Dieser Umstand erklärt, warum Zeugnisrechtsstreitigkeiten ein absoluter „Dauerbrenner“ in der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte sind. Jährlich werden konstant ca. 30.000 arbeitsgerichtliche Prozesse um Zeugniserteilung und -berichtigung allein erstinstanzlich entschieden (Popp, DB 2016 S. 1075). Dabei sind die im Rahmen von Vergleichen erledigten Zeugnisstreitigkeiten sowie die im Rahmen von Kündigungsschutzprozessen miterledigten Zeugnisstreitigkeiten nicht mitgezählt.“ Quelle: ddniedersachsen.de

Was gehört dazu, ein rechtlich sicheres Arbeitszeugnis zu erstellen?

Laut § 109 Abs. 1 GewO gibt es einfache sowie qualifizierte Zeugnisse:

Einfaches Zeugnis: Dieses führt nur die Angaben zur Person, die Art des Dienstverhältnisses und dessen Zeitraum auf. Die Tätigkeiten des scheidenden Mitarbeiters sind komplett und detailliert darin aufzunehmen.

Qualifiziertes Zeugnis: Ein solches Dokument umfasst, neben den Angaben eines einfachen Zeugnisses, die Beurteilung der Leistung und des Verhaltens eines Mitarbeiters. Ein qualifiziertes Zeugnis bevorzugt der nächste infrage kommende Arbeitgeber natürlich.

Überblick zum Arbeitszeugnisinhalt

  • Firmenbriefkopf (Geschäftspapier), vollständige Firmenangaben
  • Aktuelles Datum
  • Bezeichnung „Arbeitszeugnis“ in der Überschrift
  • Vollständige Mitarbeiterangaben: Name, Geburtsdatum und Geburtsort
  • Beschäftigungsdauer
  • Tätigkeitsbeschreibung des Mitarbeiters
  • Beurteilung des Arbeitnehmers nach diesen Kriterien:
  1. Arbeitsbereitschaft und Arbeitsbefähigung
  2. Arbeitsweise
  3. Fachkompetenz
  4. besondere Fähigkeiten und Kenntnisse
  5. gegebenenfalls Führungskompetenzen
  6. Sozialverhalten, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit
  7. Sorgfalt
  8. Belastbarkeit
  • Gründe, weshalb der Mitarbeiter die Firma verlässt
  • Schlusssatz und Zukunftswünsche
  • Unterschrift des Vorgesetzten oder des Vertreters

Wichtige Tipps bei der Erstellung eines Arbeitszeugnisses

Diese Anforderungen muss ein Arbeitszeugnis abdecken: Einheitlichkeit (einheitliches Dokument), Vollständigkeit und Wahrheit.

Ferner gilt:

Oft wird der „Arbeitszeugnis-Code“verwendet, sodass ein Zeugnis sich zwar gut liest, der „Zeugnissprache“ zufolge jedoch eher zu einem „befriedigend“ oder „ausreichend“ tendiert. Beachten Sie als Vorgesetzter, ein Arbeitszeugnis gemäß Arbeitsrecht wohlwollend zu verfassen.

Falls Sie mit einem scheidenden Arbeitnehmer unzufrieden sind, empfiehlt es sich, dies im Zeugnis so zu formulieren, dass Sie rechtliche Schritte gegen sich ausschließen können.

„Die wichtigste Regel lautet: Ein Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Missverständliche Formulierungen sind also nicht erlaubt. […] Der Arbeitgeber darf und muss aber nur solche wahren Tatsachen und Beurteilungen in das Zeugnis aufnehmen, die für einen zukünftigen Arbeitgeber von Interesse sind.“ (Quelle: sekretaria.de)

In einem qualifizierten Zeugnis ist die fünfstufige Notenskala (sehr gut bis mangelhaft) üblich. Allerdings nutzen Arbeitgeber häufig eher Umschreibungen bei der Erstellung von Arbeitszeugnissen, die unterschiedlich interpretiert werden können. Über die gängigen Standardformulierungen sollten Sie sich informieren.

So können einzelne Worte viel ausmachen, etwa „stets“ – Beispiel:

„„Herr Müller erfüllte seine Aufgaben immer mit größter Sorgfalt. Die Ergebnisse waren stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er zeigte über seinen Aufgabenbereich hinaus höchstes Engagement.“ Eine derartige Formulierung entspricht in der schulischen Notenskala und so auch im Arbeitszeugnis einem „sehr gut“. Je weiter von den Superlativen abgewichen wird, umso schlechter ist in der Regel die Beurteilung.“ Quelle: roberthalf.de

Zur Erstellung eines Arbeitszeugnisses gehören auch Angaben zu Weiterbildungsmaßnahmen, sofern diese für die Weiterentwicklung des Arbeitnehmers relevant sind. Die Beteiligung am Betriebs- oder Personalrat sind nicht als Zeugnisinhalt vorgesehen.

Der Schlusssatz drückt den Dank des Vorgesetzten sowie sein Bedauern über das Ende des Arbeitsverhältnisses aus und gibt dem Mitarbeiter gute Wünsche mit auf den Weg.

Bequem Online-Generator zur Erstellung eines Arbeitszeugnisses nutzen

Bei der Aufgabe, moderne Arbeitszeugnisse zu erstellen, kann schnell die Idee auftauchen, ein Muster aus dem Internet zu verwenden. Doch Vorsicht: Vorlagen zu verwenden, kann sich für Sie als KMU-Inhaber rechtlich höchst nachteilig auswirken, denn die Muster sind oft veraltet und/oder passen nicht zum individuellen Fall. Ein weitaus sinnvollerer Tipp ist, Arbeitszeugnisse online zu erstellen. Setzen Sie bequem einen rechtskonformen Online-Generator für die Erstellung von Arbeitszeugnissen ein. Diese Lösung führt Sie durch ein kurzes Interview, an dessen Ende Sie das gewünschte Dokument herunterladen. So verfassen Sie in wenigen Schritten ein qualifiziertes, modernes Arbeitszeugnis mit allen erforderlichen Inhalten

Die Vorteile eines Online-Generators für Arbeitszeugnisse:

  • Kostengünstig und einfach über Internetbrowser anzuwenden
  • Sie senken das Risiko eines Rechtsfalls deutlich, denn hinter dem Online-Generator steht das Wissen von Rechtsexperten. Das System arbeitet immer nach aktueller Rechtslage.
  • Die Lösung funktioniert automatisiert. Sie beantworten nur ein paar Fragen.
  • Qualifizierte, moderne Arbeitszeugnisse erstellen Sie schnell, professionell und viel leichter als mit der herkömmlichen Methode per Office-Software.

In wenigen Klicks ein rechtssicheres Arbeitszeugnis erstellen

Ein Arbeitszeugnis online ohne Bedenken erstellen

Arbeitszeugnisse zu erstellen, muss Ihnen als KMU-Inhaber keine Kopfschmerzen bereiten. Auch für diese unternehmerische Aufgabe stehen heute Online-Lösungen bereit, die einfach übers Internet sowie kostengünstig anzuwenden und rechtssicher sind. Dennoch sollten Sie als Arbeitgeber darüber im Bilde sein, wie die Struktur und der Inhalt eines rechtskonformen, modernen Arbeitszeugnisses aussieht. Vermeiden Sie aufgrund juristischer Risiken in jedem Fall, allgemeingültige und möglicherweise veraltete Muster aus dem Internet zu nutzen. Mit einem rechtlich seriös arbeitenden Online-Generator sind Sie auf der sicheren Seite.

Hinweis: Die in diesem Beitrag aufgeführten Informationen sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen. Es wird keine Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit übernommen. Die Inhalte haben wir nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.