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Wie Social Media für Handwerksbetriebe eingesetzt werden kann

Von Marketing
Lesedauer: 5 Minuten

Ist Ihr Handwerksbetrieb schon auf Social Media präsent? Falls nicht: Es gibt viele gute Gründe, das zu tun und viele Möglichkeiten ihren Handwerksbetrieb  (z. B. fachspezifische Themen und Neuigkeiten) auf Social Media einer großen Nutzerschaft zu präsentieren. Mit der passenden Social Media Strategie und ausreichenden zeitlichen Ressourcen, können auch kleine oder mittelständische handwerkliche Betriebe von regelmäßigen Social Media Aktivitäten profitieren. Die Erfolgsgeschichten einiger Handwerksbetriebe und Handwerker/-innen (z. B. Malermeister Volker Geyer, die Möbelmacher oder Gipser und Stuckateur Felix) aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass Social Media Aktivitäten auch im Handwerk zu nachweislich mehr Anfragen, Umsatz und Bekanntheit führen können. 

Im Folgenden stellen wir Ihnen ein paar mögliche Anwendungsfälle sowie praktische Tipps und Tricks zu Social Media im Handwerk vor und zeigen Ihnen auf, wie Social Media für Handwerksbetriebe konkret eingesetzt werden kann.

Welche Anwendungsfälle bietet Social Media für Handwerksbetriebe?

Ob Neuigkeiten zu ihrem Betrieb, eine Vorstellung ihres Leistungsportfolios oder fachspezifische Informationen  — auf den entsprechenden Social Media Kanälen kann eine ganze Bandbreite an Handwerks-Themen in unterschiedlichen Formaten platziert werden.

1. Individualität und Charakter des eigenen Handwerksbetriebes vorstellen

Die bekanntesten Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter ermöglichen die Besonderheiten des eigenen Handwerksbetriebes und des eigenen Handwerker-Alltags in persönlich, authentisch und visuell ansprechend gehaltenen Beiträgen zu herauszustellen. Im Idealfall schafft der Blick hinter die Kulissen Vertrauen bei potentiellen Kunden und hilft dabei, das eigene Unternehmen als Marke zu etablieren. 

Mögliche Themen und Formate der Beiträge in denen Sie ihren Handwerksbetrieb vorstellen können sind u. a.:

  • Kurzporträts (neuer) Mitarbeiter
  • Prägnante “Zitate der Woche” vom Inhaber
  • Rückschau oder Ankündigung der anstehenden Jubiläumsfeier
  • Vorstellung von Arbeitsweisen und Arbeitsproben (z. B. “Möbelstück der Woche”)
  • Geschichten und Ereignisse aus dem Betriebs- bzw. Handwerkeralltag
  • Eigene Kommentare zu Brancheninfos, Meldungen vom Handwerksverband

Als Faustregel für Form und Inhalt der Social Media Beiträge gilt, dass diese visuell und inhaltlich so (ansprechend) gestaltet sind, dass diese positiv bei der Zielgruppe ankommen. Tipp: Denken Sie hierbei an die korrekten Bildformate, eine gute Qualität von Bild und Text (Grammatik, Stil, Bildqualität: Helligkeit, Schärfe, Rauschen). Überprüfen Sie im Vier-Augen-Prinzip noch einmal die genannten Aspekte bevor Sie den Beitrag veröffentlichen.

Der Facebook Auftritt der Bäckerei Beumer & Lutum ist ein gutes Beispiel für gelungene Social Media Aktivitäten im Bereich Lebensmittelhandwerk.

2. Der Aufbau von Kundenbeziehungen

Das Pflegen und Aufbauen von Kundenbeziehungen in Form von Interaktionen (in Beiträgen) oder Beantworten von Anfragen per Direktnachricht gehört zu den Kerndisziplinen von Social Media.

Insbesondere Facebook bietet mit der Rubrik: Kundenbewertungen, Kommentarfunktion in Beiträgen und Direkt-Nachrichten vielfältige Möglichkeiten mit dem auf Social Media aktiven Handwerksbetrieb in Kontakt zu treten. Bei Twitter sind neben den Direkt-Nachrichten, Direkt-Antworten auf Beiträge (EN: Tweets) oder Erwähnungen (EN: Mentions) in Tweets die gängigsten Interaktionsformen der Nutzer mit dem Seitenbetreiber.

Viele Kunden der Tischlerei Buckemüller hinterlassen auf dem Facebook Account des Tischlerbetriebs positive Rezensionen.

Als Social Media Strategie für den Umgang mit Rückmeldungen, Fragen und Kritik bietet sich insbesondere für Handwerksbetriebe folgendes an:

  • Reagieren Sie auf Rückmeldungen jeglicher Art und überall (Beiträge, Kundenbewertungen, Direkt-Nachrichten) stets zeitnah, sachlich und konstruktiv
  • Wichtig: Bedanken Sie sich für Rückmeldung (egal ob positiv/negativ)
  • Führen Sie ausführlichere Gespräche nicht öffentlich, sondern bieten Sie nach einer ersten Rückmeldung in Ihrem Social Media Kanal an, den weiteren Dialog am Telefon, vor Ort oder per E-Mail fortzuführen
  • Versuchen Sie auf jedes Anliegen, Fragen, Kritik mit einer individuellen Antwort einzugehen und vermeiden Sie standardisierte Antworten

3. Die Nutzung als lebendigen Marketing-Kanal

Ob Videos, Bilder, Grafiken, Umfragen oder sogenannte “Stories” (Kurzgeschichten auf Instagram in  Form von Bildern, Video-Clips oder Mini-Videos bzw. “Boomerangs”) — die Vielzahl an Beitrags-Formaten ermöglicht es Handwerksbetrieben auf Social Media sehr kreativ zu werden. 

Dabei gilt: Je abwechslungsreicher und anschaulicher Sie Ihre Beiträge gestalten, desto mehr (positive) Resonanz können Sie von ihren Nutzern bzw. Followern erwarten. Auf dieser Grundlage können Sie z. B. auch Sonderaktionen, Veranstaltungen bewerben und Marketing-Maßnahmen wie Umfragen, Gewinnspiele durchführen, die Nutzer aktivieren und neue Kunden anziehen.

Tipp: Jeder Social Media Kanal bietet die Möglichkeit, zielgruppenorientierte Werbeanzeigen zu schalten bzw. Beiträge zu bewerben, sodass Handwerksbetriebe die Reichweite der Beiträge bzw. Werbeanzeigen signifikant erweitern können.

Wie man im Handwerk einen sehr erfolgreichen Instagram-Kanal mit mehreren Tausend Followern aufbaut, zeigt der Gipser und Stuckateur Felix Schröder alias @gipserfelix. Und auch Dachdeckerin Chiara gibt auf ihrem Kanal Einblicke in ihren Alltag als Frau im Handwerk, die mit vielen positiven Reaktionen von Nutzern belohnt werden.

4. Neue Mitarbeiter gewinnen

Social Media spielt beim Personalmarketing bzw. der Mitarbeitersuche eine immer größere Rolle. Hier können sich Handwerksbetriebe als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und neue Mitarbeiter anziehen. In Text, Bild und Video können Unternehmen ihren Betrieb zeigen, ihr Team vorstellen und Stellenausschreibungen verbreiten. Insbesondere bei der Suche nach Auszubildenden ist die Präsenz auf beliebten bzw. weitverbreiteten Kanälen wie z. B. Instagram oder Facebook zentral, denn Jugendliche sind besonders viel im Internet unterwegs. 

Tipp: Erzählen Sie Geschichten von Ihrem Unternehmen, Ihren Kunden und Partnern, denn das weckt Emotionen bei Ihren Kunden und stellt einen persönlichen Bezug zu Ihrem Unternehmen her.

Tipps & Tricks zur Umsetzung Ihrer Social Media Aktivitäten in Ihrem Handwerksbetrieb

Um als Handwerksbetrieb Social Media Aktivitäten auch langfristig erfolgreich durchzuführen, sollten Sie sich vorab über folgende Aspekte Gedanken machen:

  1. Eine Social Media Strategie für Ihren Handwerksbetrieb entwickeln

    Bevor Sie erste Aktivitäten anvisieren, stellen Sie sich folgende Fragen: 

    ● Wer ist meine Zielgruppe und auf welchen Plattformen finde ich sie? 
    ● Was will ich mit Social Media erreichen? 
    ● Welche Social Media Kanäle und welche Inhalte eignen sich dafür?

  2. Ein realistisches Zeitmanagement für Ihre Social Media Aktivitäten

    Bei Social Media fallen zwar keine hohen Investitionskosten an, doch der Aufwand für die Pflege darf nicht unterschätzt werden. Erfolge oder konkreter Nutzer kann sich möglicherweise erst nach Monaten einstellen. Es geht nicht ums kurzfristige Verkaufen, sondern es braucht Zeit und Geduld. 

    Folgende Fragen helfen Kosten/Aufwände gegenüber dem realen Nutzen einzuschätzen:

    ● Wie viel Aufwand und Kosten können und wollen Sie aufbringen?
    ● In welchem Rhythmus können und möchten Sie Inhalte veröffentlichen?
    ● Zu welchem Zeitpunkt wollen Sie bisherige Erfolge und Nutzen überschlagen bzw. messen?

    Tipp: Fangen Sie mit dem für Sie wichtigsten und aussichtsreichsten Kanal an und erweitern Sie nach und nach. Stellen Sie gegebenenfalls im Unternehmen Ressourcen für die Social-Media-Pflege bereit. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter mit ein, besonders die jüngeren, die sich mit Social Media auskennen und Spaß daran haben. Messen Sie Ihre Erfolge und werten Sie sie aus, welche Beiträge besonders viele Reaktionen bekommen und warum.

  3. Finden Sie auf Social Media den für Ihren Handwerksbetrieb passenden Stil und Inhalte

    Auf der Suche nach dem passenden Stil Ihrer Social Media Kanäle können Sie sich folgende Fragen stellen:

    ● Wie können Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen am besten darstellen, in Form von Text, Bild oder Video? 
    ● Welche Art von Inhalten können Sie relativ leicht und schnell in Ihrem Alltagsgeschäft produzieren? 
    ● Was macht Ihnen Spaß, wo liegen Ihre Talente? Sind Sie besonders redegewandt oder diskussionsfreudig, schreiben Sie gern oder fotografieren Sie lieber? 
    ● Welches ist die richtige Ansprache für Ihre Kunden: Siezen oder duzen? Seriöser oder lockerer Tonfall? 
    ● Konzentrieren Sie sich auf die Inhalte, die für Ihre Zielgruppe relevant sind. Bieten Sie kostenlosen Mehrwert und beobachten Sie, wofür sich Ihre Kunden interessieren.

Geduld, Ausprobieren und regelmäßige Aktivitäten — der Schlüssel zum Erfolg auf Social Media für Handwerksbetriebe

Social Media bietet Handwerksbetriebe vielfältige Chancen, um langfristig Bestandskunden zu binden, Neukunden und Fachkräfte zu gewinnen sowie den Umsatz zu steigern. Welche Social Media Kanäle ein Handwerksbetrieb in welchem Umfang nutzen sollte, hängt vor allem von den jeweiligen Kunden, der Branche und Dienstleistungen ab, die er anbietet. Für den Anfang gilt: Mit 1-2 Social Media Kanälen anfangen und dem Projekt Zeit geben – und wer weiß, vielleicht macht Ihnen Social Media ja richtig Spaß?

Social Media für Handwerker im Schnellüberblick

Social Media KanalKurzbeschreibung
Facebook
Handwerksbetriebe können auf Facebook Texte, Bilder, Videos, Links, Gewinnspiele und Umfragen veröffentlichen. Besonderheit: Kunden schreiben hier besonderes gerne Bewertungen und Direkt-Nachrichten.
Twitter
Twitter ist ein Medium für hochaktuelle Informationen, Meinungsäußerungen und Diskussionen. Es ist sinnvoll, häufig zu posten, um im Gespräch zu bleiben.
YouTube
Die bekannteste Video-Plattform YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt und eignet sich für Handwerksbetriebe insbesondere für Image-Filme oder regelmäßige Video-Serien (z. B. Podcast).
Instagram
Die fotobasierte App Instagram ist auf Lifestyle fokussiert und eignet sich daher besonders für ästhetische Produkte wie Backwerk oder Geschenkartikel, aber auch für Dienstleistungen, die man optisch gut abbilden kann (zum Beispiel Vorher-Nachher-Bilder von Sanierungen).
Pinterest
Pinterest wird häufig als Bildersuche und Inspirationsquelle für z. B. Rezepte, Kleidung, Möbel und Deko und Kunst genutzt. Betriebe wie z. B. Garten- Landschaftsbau oder Tischler, die ihr Angebot schön und hochwertig inszenieren können, sind hier genau richtig.
XING
Das Geschäftsnetzwerk XING bietet für das deutsche Handwerk viele themenspezifische Gruppen wie “Erfolgreiches Handwerk” oder “Akquisition/Kundengewinnung” in denen man sich über Branchenthemen austauschen und Kontakte zu potentiellen Partnern, Kunden und Mitarbeitern knüpfen kann.