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Wie Facebook kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen will

Von Marketing
Wie Facebook kleinen und mittelständischen Unternehmen durch die Corona-Krise helfen will Lesedauer: 4 Minuten

Die Corona-Krise hat vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor extreme Herausforderungen gestellt. Besonders betroffen sind Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus. Unter dem Hashtag #WirliebenMittelstand hat Facebook nun eine Kampagne gestartet, mit denen Kleinunternehmern bei der Digitalisierung unter die Arme gegriffen wird. Die Aktion von Facebook für Kleinunternehmer hat zum Ziel, dass Neu- und Bestandskunden besser erreicht und das Geschäftsmodell durch kreative Lösungen optimiert wird. Im Juli war der Start der Kampagne.

Facebook für Kleinunternehmer: beliebt, aber ausbaufähig

Facebook für Kleinunternehmer – wie funktioniert das eigentlich und vor welchen konkreten Herausforderungen stehen die Akteure? Das soziale Netzwerk hatte bereits in Zusammenarbeit mit Weltbank und OECD den “Future of Business Survey” 2017 auf den Weg gebracht, um zu ermitteln, wie es um die Digitalisierung dieser Gruppe bestellt ist. Damit war der Rahmen gegeben, dass Facebook für Kleinunternehmer auch während der Corona-Krise schnell Daten erheben konnte. Folgende Zahlen hat das soziale Netzwerk ermittelt:

  • rund 90 % der Kleinunternehmer, die in Facebook vertreten sind, erzielen aktuell Einnahmen
  • 65 % der klein- und mittelständischen Unternehmen vermelden geringere Verkaufszahlen als im Vorjahresvergleich
  • etwa ein Drittel aller befragten Unternehmen erklärte, mindestens 25 % der Einnahmen über digitale Kanäle erwirtschaften zu können.
  • 23 % der auf Facebook präsenten kleinen und mittelgroßen Unternehmen mussten aufgrund der Krise die Anzahl der Mitarbeiter reduzieren
  • 20 % der Kleinunternehmer auf Facebook befürchten in den nächsten Monaten Einbußen beim Cashflow

Grund zur Schwarzmalerei gibt es trotz allem nicht. 58 % der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Diese positive Stimmung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutschen Kleinunternehmer im europäischen Vergleich hinterherhinken. Der Blick auf die Zahlen in den Nachbarländern zeigt, dass Kleinunternehmen hier im Vergleich deutlich über ein Viertel der Umsätze über den digitalen Verkauf erzielen.

Wie Kleinunternehmer die Krise als Chance begreifen

Wenn Sie die von Facebook ermittelten Daten mit den Ergebnissen der Studie der Kreativ-Plattform 99designs vergleichen, zeigt sich: In der Krise wurde die Chance, den digitalen Rückstand aufzuholen, von über der Hälfte der auf Facebook vertretenen Unternehmen durchaus genutzt. Facebook für Kleinunternehmer wird nun von 66 %, die bislang nicht online waren, im Zuge der Corona-Krise genutzt. Wer schon mit einer eigenen Seite vertreten war, plant nun, seine Aktivitäten in Social Media deutlich zu steigern – das sagen 39 % der 1200 befragten Unternehmer. 41 % der Teilnehmer an der Studie gaben an, dass Sie aufgrund der Pandemie bewusst auf der Suche sind, um via neue Online-Angebote in Kontakt mit ihren potenziellen Kunden zu treten. Knapp über ein Viertel der Unternehmen nimmt COVID-19 zum Anlass, endlich die längst überfällige Aktualisierung der eigenen Webseite anzugehen.

Ein Thema ist ebenfalls die Integration von einem E-Commerce-Bereich in die bestehende Onlinepräsenz – 25 % der kleinen und mittelständischen Unternehmen sind schon dabei, weitere 21 % haben es sich auf die Agenda geschrieben. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass Kleinunternehmer nicht nur kreativ, sondern auch extrem anpassungsfähig sind. Über die Hälfte der Befragten hat aktuell Pläne für eine weitere Unternehmensgründung – die überwiegende Mehrheit zwar aus finanziellen Gründen, doch geben immerhin 37 % an, dass ihnen ohnehin der Sinn nach einer Ausweitung ihrer geschäftlichen Tätigkeiten stand. Um sich die notwendigen Kompetenzen anzueignen, nutzen 34 % der Geschäftsinhaber Leerlaufzeiten während der Pandemie, um sich in Onlineseminaren weiterzubilden.

Kampage #WirliebenMittelstand mit Fokus auf Tourismus gestartet

Die Lust an der Weiterbildung und die in vielen Fällen überfälligen Maßnahmen, die eigene Digitalisierung voranzubringen, kann mit der Facebook-Initiative #WirliebenMittelstand eine kongeniale Allianz eingehen. Einen ersten Eindruck, wie die Kampagne #WirliebenMittelstand ablaufen soll, konnten Sie bereits am 10. Juli gewinnen. Besonders hart getroffen hat die Corona-Krise das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Auftaktveranstaltung fand auf Facebook mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Kerstin Vierege, die auch Mitglied im Tourismus-Ausschuss ist, und einer Vertreterin des Branchenverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes (DEHOGA) statt.

"Neben konkreten finanzielle Hilfestellungen brauchen Unternehmer weitere Lösungsansätze, damit sie ihr Geschäft wieder aufnehmen können. Damit ist auch das Vorantreiben der Digitalisierung gemeint", sagte Vieregge. DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges ergänzt: "Die Ausnahmesituation ist noch nicht vorbei. Es müssen alle Möglichkeiten der Kommunikation mit den Gästen ausgeschöpft und digitale Tools genutzt werden." Außerdem tat Facebook im Rahmen der Kampagne "Gute Route" etwas für Unternehmen in der Tourismusbranche, die in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen ansässig sind.

Dreiteiliges Hilfsprogramm von Facebook für Kleinunternehmer

Das Angebot im Rahmen von #WirliebenMittelstand , das Facebook für Kleinunternehmer bietet, fußt dabei auf drei Säulen:

1. Branchenspezifische Trainings, die jeweils 30 bis 45 Minuten dauern, sollen kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei helfen, die passende Digitalisierungsstrategie zu entwickeln. Die Veranstaltungstermine und die Sessions finden Sie auf der speziell eingerichteten Seite "Facebook Politik und Gesellschaft".

2. Facebook für Kleinunternehmer bedeutet, künftig auch individuelles Coaching nutzen zu können. Experten gehen auf spezifische Fragestellungen ein und erläutern, wie eine digitale Unternehmensstrategie entwickelt und erfolgreich wird. Ab dem 14. Juli findet um 10 Uhr auf der Seite "Facebook Politik und Gesellschaft" wöchentlich der "Digital Durchstarten Dienstag" statt.

3. Das soziale Netzwerk stellt 100 Millionen US-Dollar bereit, um kleine und mittelständische Unternehmen aus 30 Ländern in der Corona-Krise unter die Arme zu greifen.

Facebook für Kleinunternehmer: innovativ, aber nicht uneigennützig

Facebook für Kleinunternehmer soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden – das soziale Netzwerk ist sich dabei durchaus bewusst, dass eine gewisse Verpflichtung zur Innovation besteht. Ganz uneigennützig passiert das nicht. Denn das Gros der 160 Millionen auf Facebook aktiven Unternehmen bewegt sich in der Größenordnung der kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Die Kleinunternehmer wollen die verschiedenen Facebook-Produkte nutzen, verlassen sich darauf und sind überaus treue Werbekunden. Facebook kann hier nicht nur wertvolle Hilfestellung leisten, sondern den nächsten Schritt machen, um durch eine Erweiterung der Digitalangebote zu einem Konkurrenten für die mächtigen Handelsplattformen eBay und Amazon werden. #WirliebenMittelstand dürfte daher erst der Anfang gewesen sein.

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