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Stationärer Handel: Erfolgreich durch die Krise dank Digitalisierung

Von Marketing
Worauf kommt es bei der Digitalisierung im Handel an? Lesedauer: 3 Minuten

Der verlängerte Lockdown trifft den stationären Handel hart. Jeder durch die Ladenschließungen verlorene Verkaufstag kostet die Einzelhändler laut dem deutschen Handelsverband Umsätze in Höhe von rund 700 Millionen Euro. 65 Prozent der Händler mit Geschäften in den Innenstädten werden laut einer Umfrage des Verbands ihre Läden ohne weitere staatliche Hilfen in diesem Jahr schließen müssen.

Gegenüber dem Online-Handel hat der stationäre Handel durch den monatelangen Lockdown noch weiter an Sichtbarkeit verloren, was den Trend hin zum Online-Shopping erheblich beschleunigt hat, zumal viele Kunden die Geschäfte kaum oder sogar gar nicht mehr erreichen konnten. Aufgrund der Ladenschließungen fallen die Vorteile des stationären Handels für die Kunden weg. Der persönliche Kontakt und die Erlebnisse im Laden wie das Ausprobieren von Produkten heben den stationären Handel entscheidend vom Online-Handel ab.

Umbruch des stationären Einzelhandels schon vor der Pandemie

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beschleunigen die Krise, in der sich der Einzelhandel schon seit längerem befindet. Der deutsche Einzelhandel kämpft schon seit Jahren mit einer ganzen Reihe von Problemen. Im Folgenden haben wir die fünf größten Probleme zusammengestellt:

  1. Sinkende Umsätze aufgrund von immer weiter zurückgehenden Besucherzahlen in den Innenstädten
  2. Zu hohe Mieten in den Top-Lagen der Innenstädte
  3. Schnelles Wachstum des E-Commerce-Bereichs
  4. Nachholbedarf bei der Digitalisierung des stationären Handels
  5. Überholte Einkaufsprozesse in lokalen Läden

Pandemiebedingte Änderungen des Konsumverhaltens im letzten Jahr

Durch die immens beschleunigte Entwicklung hin zum E-Commerce ist der Online-Handel im letzten Jahr so stark gewachsen wie in den zehn Jahren zuvor. Während des Lockdowns haben auch die einstigen Skeptiker und die über 50-Jährigen auf das Shoppen im Internet zurückgegriffen. Die Konsumenten kaufen nun auch Produkte online ein, die sie vorher hauptsächlich stationär erworben haben. Auch bei weiterhin bestehender Verbundenheit zu den lokalen Geschäften werden die Kunden künftig erwarten, im Web mehr Informationen rund um das Geschäft, zu dem vor Ort verfügbaren Sortiment und den Angeboten zu erhalten. Nur wenn der stationäre Handel sich an dieses neue Konsumverhalten anpasst, hat er auch langfristig eine Chance, denn Studien zeigen, dass auch junge Kunden sehr gerne stationär einkaufen.

Verbindung von Online- und Offline-Shopping im stationären Handel

Bei der Anpassung sollte es darum gehen, die Vorteile der lokalen Läden durch digitale Hilfsmittel zu unterstützen, aber die Verbindung zum örtlichen Geschäft sollte dadurch nicht vernachlässigt werden. Viele Wirtschaftsexperten raten Händlern deshalb schon seit Jahren, auf ein sogenanntes Multichannel-System zu setzen – also die Verbindung von Online- und Offline-Verkaufskanälen. Konkret heißt das: eigene Website, Online-Branchenbücher, Social Media, E-Commerce durch eigenen Online-Shop und digitale Marktplätze sowie Versandlogistik.

Es reicht mittlerweile also nicht mehr aus, nur eine eigene Website aufzubauen. Diese muss auch von potenziellen Kunden auf Google und Co. gefunden werden, auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets funktionieren und einen professionellen Eindruck machen, um sich wirklich für das Unternehmen auszuzahlen. Aus diesem Grund kann es sich für Kleinunternehmer lohnen auf Dienstleister wie Pylot zurückzugreifen, die eine Reihe von Produkten wie Internetwerbung und Suchmaschinenoptimierung anbieten, um Unternehmen dabei zu helfen, von ihrem Internetauftritt als „digitalem Schaufenster“ zu profitieren und Neukunden damit zu gewinnen.

Zukunftsorientierte Flexibilisierung der Erreichbarkeit und Einkaufsprozesse

Einzelhändler müssen ihren Kunden mehr Flexibilität beim Einkaufen bieten und die Vorteile der stationären Geschäfte mit denen des Internets verbinden, was sich durch Konzepte wie Click&Collect erreichen lässt. Dabei bestellen Kunden online, holen die Ware aber im Laden ab. Dafür kann auch eine spezielle Abholzone eingerichtet werden, um Kunden die Wartezeit angenehmer zu gestalten. Darüber hinaus haben einige Läden inzwischen eigene Lieferservices auf die Beine gestellt, um für höhere Gewinnspannen und Kundennähe zu sorgen. Auch um kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten führt besonders in Corona-Zeiten kein Weg mehr dran vorbei.

Vornehmlich die Schuh- und Modehändler kämpfen zudem noch mit großen Restbeständen an alter Saisonware, die sie nicht mehr loswerden. Um die Ware für das Frühjahr und den Sommer bestellen und bezahlen zu können, brauchen die Händler aber einen regelmäßigen Geldeingang. Da die meisten Marken in Fernost produzieren lassen, sind sie von den langen Lieferketten abhängig, die kurzfristige Änderungen nahezu unmöglich machen. Langfristig müssen die Händler aus diesem Vorbestellprinzip herauskommen und möglichst auf ein On-Demand-Prinzip hinarbeiten, bei dem nach Bedarf nachbestellt werden kann.

Erfolgsformel für die Zukunft: Digitalisierung + Offenheit für Neues + Mut

Eines ist nicht erst seit der Corona-Krise klar: Der Einzelhandel braucht das digitale Fundament, um mit seinen stationären Angeboten den Kunden noch Mehrwerte bieten und langfristig bestehen zu können. Und auch in der Corona-Zeit hat sich einmal mehr beweisen: Jede Krise bietet auch immer eine Chance für einen Neuanfang. Dies hat sich im letzten Jahr vor allem an den kreativen Verkaufsideen einiger Einzelhändler gezeigt. So sind manche Läden während des Lockdowns mutig vorangeschritten und haben erfolgreich Konzepte wie Shopping-TV auf Social-Media-Kanälen wie Instagram betrieben, Personal Shopping per Videochat angeboten oder Kaufberatungen über WhatsApp durchgeführt.