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Liquidität: Die wichtigste Kennzahl in Ihrem Finanzmanagement

Von Finanzen
Lesedauer: 3 Minuten

Finanzmanagement ist nur etwas für größere Betriebe? Weit gefehlt: Mit einem guten Finanzmanagement haben auch kleinere Betriebe ihre Liquidität im Blick und sichern damit ihre Zukunft. Wir zeigen Ihnen, was beim Finanzmanagement wichtig für Sie ist und wie Sie Ihre Liquidität ermitteln und immer im Auge behalten. 

Was versteht man unter Finanzmanagement?

Unter Finanzmanagement versteht man die Planung, Steuerung und Kontrolle aller betrieblichen Zahlungsströme. Das sind Einnahmen und Ausgaben sowie Ein- und Auszahlungen. Das Finanzmanagement umfasst sowohl Finanzierungsmaßnahmen als auch die Mittelverwendung oder Investition. Hauptziel ist es, die Liquidität Ihres Betriebes sicherzustellen. Idealerweise können Sie mit dem Finanzmanagement Ihre Einnahmen und Ausgaben so in Deckung bringen, dass Sie auf Fremdmittel wie Kredite verzichten können. 

Welche Vorteile das Finanzmanagement Ihnen bringt

  • Sie haben einen genauen Überblick über alle Zahlungsströme und die finanzielle Situation Ihres Betriebes und vermeiden Zahlungsschwierigkeiten.
  • Sie wissen genau, mit welchem Geld sie wirtschaften können.
  • Sie können beurteilen, in welchem Umfang Sie investieren können.

Die wichtigste Kennzahl: Liquidität

Unter Liquidität versteht man die Ausstattung eines Unternehmens mit Zahlungsmitteln oder Barmitteln. Dazu gehören etwa Kassenbestände, Postwertzeichen oder Sichtguthaben bei der Bank. Die Liquidität stellt sicher, dass ein Unternehmen allen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen kann und damit zahlungsfähig ist. Haben Sie genug Zahlungsmittel, können Sie alle Verbindlichkeiten begleichen. Ist Ihr Unternehmen dagegen nicht liquide, droht Ihnen die Insolvenz. Deshalb ist es besonders wichtig, sämtliche Einnahmen und Ausgaben stets im Auge zu behalten. Die Liquidität ist die wichtigste Kennzahl für ein Unternehmen. Um Ihre Liquidität zu ermitteln, müssen Sie zuerst Ihre Einnahmen und Ausgaben erfassen. 

Der gute alte “Kassensturz”

Traditionell wird in der Bäckerei oder der Fleischerei nach Ladenschluss die Kasse gezählt, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie viel man eingenommen hat. Sie wissen also jetzt, wie viel Umsatz Sie an diesem Tag gemacht haben. Über die Liquidität sagt diese Zahl aber noch nichts aus. Denn vom Umsatz müssen Sie noch alle Kosten, zum Beispiel für Material und Personal, sowie Ihr eigenes Gehalt abziehen. Wenn Sie dann noch die Steuern berücksichtigen, haben Sie Ihren Gewinn – doch noch immer nicht die Liquidität. 

Der gute alte Kassensturz allein reicht also nicht zur Ermittlung der Liquidität aus. Ihr Bargeldbestand kann nur Ausgangspunkt für weitere Kalkulationen sein. Zu bedenken ist außerdem, dass der Umgang mit Bargeld auch Nachteile mit sich bringt: zeitaufwendiges Zählen und der Transport zur Bank, Fehleranfälligkeit, mangelhafte Hygiene, Gefahr der Kriminalität usw. Diese und viele weitere Gründe sprechen dafür, Ihren Kunden auch die Bezahlung per Karte oder Smartphone anzubieten. 

Liquidität ermitteln: Kassensturz am Abend

Schlüssel: Verknüpfung von umsatzbasierten Daten mit Zahlungsströmen auf Ihrem Konto

Mit ihren umsatzbasierten Daten haben Sie einen guten Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben an der Ladentheke. Diese Zahlen können Sie für Ihre Kalkulation mit Excel verwenden oder Sie lassen sie von Ihrem Steuerberater mit einer Buchführungs-Software wie DATEV aufarbeiten. 

Für Ihre Berechnungen ist ein weiterer Schritt nötig, wenn Sie Ihre Liquidität ermitteln wollen: Sie verknüpfen diese Daten mit den Zahlungsströmen auf Ihren Konten, also mit den Ein- und Auszahlungen. Zu den Einzahlungen gehören etwa Überweisungen von Großkunden, Ihr Kassenbestand, den Sie zur Bank bringen, oder Kartenzahlungen Ihrer Kunden, falls Sie das anbieten. Auszahlungen umfassen die Gehälter Ihrer Angestellten, Lieferantenrechnungen, Miete/Pacht oder Nebenkosten. Um sich einen Überblick über diese Zahlungsströme zu verschaffen, müssen Sie nicht auf die Entwicklungsübersicht Ihres Steuerberaters warten – digitale Lösungen helfen Ihnen dabei. 

Mit einer digitalen Lösung Geschäftskonten im Blick behalten

Digitale Tools ermöglichen es Ihnen, alle Geschäftskonten mit sämtlichen Zahlungsströmen taggenau zu beobachten und Datenanalysen vorzunehmen. Welche Transaktionen sind bereits erfolgt, welche stehen noch an? Die Möglichkeit, Kosten in Kategorien zusammenzufassen, ist von großem Vorteil: Welche Warenkosten haben Sie? Was läuft monatlich an Personalkosten auf? Auf Basis dieser Kosten- und Umsatzanalysen können Sie tiefe Einblicke in die Entwicklung Ihres Unternehmens gewinnen und außergewöhnliche Bewegungen identifizieren – für einzelne Kosten oder ganze Kostenblöcke. Am Ende sehen Sie, was unterm Strich auf dem Konto an Kapital bleibt. Wenn Sie das mit Ihren Umsatzdaten gegenrechnen, sehen Sie dann endlich die “echte” Liquidität Ihres Betriebes. Nur mit diesem Geld können Sie arbeiten!

Fazit: Mit einem guten Finanzmanagement haben Sie Ihre Liquidität immer im Blick

Die Liquidität ist die wichtigste Kennzahl im Rahmen Ihres Finanzmanagements. Sie gibt Auskunft über die Zahlungsfähigkeit Ihres Betriebes, die Sie unbedingt erhalten müssen. Ihre Umsätze allein genügen nicht zur Bestimmung Ihrer Liquidität. Sie müssen vielmehr alle Zahlungsströme betrachten: sowohl die Einnahmen und Ausgaben als auch die Ein- und Auszahlungen auf Ihren Geschäftskonten. So wissen Sie, mit welchem Geld Sie heute wirtschaften können, damit Ihr Geschäft auch morgen noch erfolgreich ist.