Teamkultur im Handwerk

Mit Teamarbeit wird das Zusammenarbeiten einer Personengruppe bezeichnet, die gemeinsam ein vorgegebenes Ziel erreichen will. Dieses Ziel würden sie alleine nicht oder jedenfalls wesentlich langsamer und sicherlich schlechter vollbringen. Teamarbeit kann langfristig angelegt sein oder nur für einen abgesprochenen Zeitraum gelten. Manchmal dient es auch nur zur Erreichung eines ganz bestimmten Projekts.

 

Bei einer guten Teamkultur geht es nicht nur um die zukünftigen Mitarbeiter, sondern es betrifft in erster Linie die Mitarbeiter, die bereits im Unternehmen arbeiten. Teamkultur ist ein wichtiger Aspekt. Sie bietet einen Orientierungsrahmen, nach dem alle Mitglieder ihr Handeln ausrichten können. Der Begriff „Kultur“ weist auf ein System von Gewohnheiten und Regeln hin und definiert das Verhalten und Zusammenleben von uns Menschen.

Demnach beschreibt Teamkultur die sozialen Gefüge, die aus Werten bestehen, Zielvorstellungen haben und bestimmte Verhaltensweisen erfordern. In diesem Gefüge agieren dann alle Team- und Organisationsmitglieder. Teamkultur kann auch als eine Art „internes Gefühl“ beschrieben werden, das Zusammengehörigkeit widerspiegelt.

Eine gut entwickelte Teamkultur kann maßgeblich dazu beitragen, dass sich Ihre Mitarbeiter mit Ihrem Produkt, den anderen Teammitgliedern und dem Gesamt-Unternehmen identifizieren. Dadurch können sich die Fluktuation und der Krankenstand merklich verringern. Die Mitarbeiter sind stärker motiviert, liefern optimale Qualität, und haben Freude an ihrer Arbeit. Die Zusammenarbeit im Team wird in Folge dessen deutlich besser.

Wie steht es um die Teamarbeit in Handwerksbetrieben?

Fußballteam, Rettungsteam, Expertenteam – der Begriff Team ist in aller Munde. Auch in Stellenanzeigen steht gerne: „zur Verstärkung unseres Teams“ suchen wir Mitarbeiter. Teamkultur fördern bedeutet, das mehrere Mitarbeiter an einem Auftrag erfolgreich zusammenarbeiten. Dabei steht die Arbeit des Einzelnen in der Abhängigkeit der Kollegen. Für Einzelkämpfer ist hier kein Platz.

Das betrifft auch die autarken Alleskönner – soweit vorhanden – sie können den permanent wachsenden Anforderung bezüglich Teamkultur alleine nicht mehr Rechnung tragen. Teamarbeiten sind zum „Mannschaftssport“ mutiert. Für die Zusammenarbeit im Handwerk lautet die Devise, wer von oben durchdelegiert wird, ist meist nicht engagiert. Gute Teamarbeit ist wichtig für Ihren Handwerksbetrieb. Lesen Sie, was Chefs bei einem modernen Führungsstil beachten sollten.

Einer für alle und alle für einen

Das würde sicherlich die optimale Teamarbeit in einem Handwerksbetrieb präsentieren. Doch in der Regel ist der eher altmodisch patriarchalische Führungsstil in den Unternehmen zu finden. Der Chef delegiert unerbittlich von oben nach unten durch. Das lässt dann meist wenig Spielraum für eine gute Kommunikation und freier Entfaltung der Mitarbeiterstärken im Handwerk.

Deshalb macht es Sinn die Kooperation der Arbeitnehmer zu fördern. Studien belegen, dass Angestellte im Team viel effizienter arbeiten, als wenn sie auf sich allein gestellt sind. Klar, dass zum Team auch der Chef gehört. Wenn keine Teamgedanken unter den Mitarbeitern vorherrschen, kann es sogar dazu führen, dass sie anstatt miteinander gegeneinander arbeiten. Und das schadet der Arbeitsqualität, der Arbeitsmoral und dem Handwerksunternehmen.

Die Vorteile einer guten Teamarbeit

Dass sich eine optimale Teamkultur entwickeln kann bedeutet, dass sich individuelle Stärken des Teams ergänzen können und die Schwächen sich ausgleichen. Handwerker dürfen Eigeninitiative ergreifen und es ist Teamgeist gefordert. Das wiederum dürfen Sie als Chef oder Chefin fördern oder von jemand geeignetem fördern lassen. Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie großes Vertrauen in das Wachstum des Teams haben. Somit lassen Sie als Chef genügend Platz für das eigenständige Arbeiten der Gruppe.

Ziel einer bestmöglichen Teamkultur ist stets eine gesteigerte Produktivität im Handwerk und dabei nicht vergessen, dass die Angestellten sich wohlfühlen möchten. Dazu trägt schon eine gegenseitig vermittelte Wertschätzung bei. Ein moderner Führungsstil beinhaltet auch, für eine sogenannte Eigenüberwachung unter den Teamlern zu sorgen. Somit sind Sie auf der sicheren Seite, was die Arbeitsqualität betrifft - das wirkt meist besser als jedwede Fremdüberwachung. Um das zu erreichen, sind Planung und Zeit vonnöten.

Wie lässt sich eine gute Teamkultur entwickeln und fördern?

Ein Fehler, der schnell gemacht wird und die sich entwickelnde Teamarbeit wieder zunichte macht ist, wenn ohne eine genaue Planung gefördert werden soll. Das Resultat endet im besten Fall dann damit, dass eine zusammengewürfelte Gruppe von Handwerkern gefördert wird - es entsteht aber kein Team. Sie als Vorgesetzter geben dabei die grundlegenden Werte und Richtlinien vor, die es einzuhalten gilt.

Die Angestellten setzten die Vorgaben dann untereinander selbst um und fühlen sich möglichst gut dabei. Damit das passiert, ist eine gute Kommunikation erforderlich. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass ein fachlich geeigneter Mitarbeiter nicht gleich ein funktionierender Teamplayer ist. Hier geht es um soziale Kompetenzen und eine gewisse Flexibilität.

Besonders wichtig ist beispielsweise die Bereitstellung funktionierenden Materials plus Werkzeug. Neben der klaren Aufgabenzuteilung, werden dann auch die Werkzeuge sowie dessen Verwahrung den Mitarbeitern zugeteilt. Eine beispielsweise farbige Zuordnung kann das Verantwortungsbewusstsein der Angestellten für „sein Werkzeug“ erhöhen.
 

◆ Es ist wichtig als Chef oder Chefin, Teammitglieder nicht aufgrund der Sympathie auszuwählen, sondern immer gewissenhaft nach ihren Persönlichkeiten ◆
 

Wenn Sie hierbei Hilfe benötigen, gibt es beispielsweise Fragebögen, um wichtige Punkte abzuklären. So hat William Moulton Marston den DISG-Persönlichkeitsfragebogen entworfen, der in beispielsweise Handwerksbetrieben gerne zur Anwendung kommt. Durch die ermittelten Ergebnisse der ausgefüllten Bögen, ergeben sich vier Typen. Es sind:

● dominante

● initiative

● stetige und

● gewissenhafte Persönlichkeiten.

Wenn sie es schaffen, dass herauskristallisieren, sind Sie auf einem guten Weg und die Chance groß, dass die Handwerker prima funktionieren werden. Okay, das eins zu eins in die Realität umzusetzen, wird vielleicht nicht zu 100 Prozent gelingen, aber als Orientierung kann man das Hilfsmittel nutzen. Fortschritte brauchen Zeit und gewünschte Ergebnisse werden sich nicht von heute auf Morgen zeigen. Nehmen Sie sich für Ihr Team diese Entwicklungszeit, die es braucht.

Die grundlegenden Regeln für ein funktionierendes Team im Handwerk

Damit sich niemanden von der Teambildung ausgeschlossen fühlt ist es wichtig, anfangs die Ziele und Werte mit allen Beteiligten gemeinsam festzulegen. Nehmen Sie gezielt Befragungen Ihrer Mitarbeiter vor, wie sich die Handwerker diese Ziele ihrer Meinung nach verwirklichen lassen - geben Sie notfalls kleine Denkanstöße. Werden dabei beispielsweise Regeln festgelegt, die Fairness, eine gute Zusammenarbeit und Termineinhaltung betreffen, seien Sie als Chef ein gutes Beispiel und leben dies Ihren Leuten auch genauso vor. Darüber hinaus hat es hohe Priorität, eine grundsätzlich offene Kommunikation unter dem Team zu fördern.
 

◆ Jeder Mitarbeiter sollte sich über seine Stärken und Schwächen im Klaren sein und diese Eigenschaften auch von den anderen Teammitgliedern kennen. So können sich Alle optimal ergänzen ◆
 

Als Chef haben Sie hier die Rolle wichtige, klare Ansagen zu machen und den Beteiligten zu vermitteln, mit ihren Fehlern und den Fehlern der Kollegen konstruktiv umzugehen. Daneben ist es bedeutungsvoll einen verständlichen Gestaltungsspielraum festzulegen. Dadurch bekommen die Mitarbeiter die Möglichkeit, eigenständig arbeiten zu können. Dabei hat der Auszubildende beispielsweise andere Grenzen einzuhalten, als es beim etablierten Mitarbeiter der Fall ist. Zudem sollte es Beachtung finden, dass alle Teammitglieder gleichwertig informiert werden - so haben Grüppchenbildungen keine Chance und Konkurrenzkämpfe werden vermieden.

Warum sich nicht professionelle Hilfe bei Problemen holen?

Damit Probleme bei der Teamarbeit vermieden werden und das Vorhaben im Betrieb Unterstützung findet, nutzen Handwerksbetriebe auch professionelle Team-Coaches. Dazu werden geeignete Events zur Stärkung des Teams angeboten. Beispielsweise werden Mitarbeiter dann schon mal auf eine Weide geschickt und es ist ihre Aufgabe gemeinsam einen Haufen Schafe in Schach zu halten. Ziel ist:

● die Kommunikation untereinander zu verbessern und

● Bereitschaft und Einsicht entwickeln, die Planung im Voraus zu tätigen.

Das Ergebnis wird dann in den Arbeitsalltag der Handwerker integriert. Außerdem wird Ihnen als Vorgesetzter angeboten an den Team-Coache-Seminaren teilzunehmen, um sich in Sachen Teamarbeit optimal weiterzubilden.

Coaches haben es sich zur Aufgabe gemacht, nach Bedarf, auch die Abläufe im Betrieb zu unterstützen. Während vereinbarte Zielvorgaben praktisch umgesetzt werden, können sie erfahrungsgemäß wertvolle Tipps geben. Ein Team richtig zusammenzusetzen und gut zu führen gehört nicht gerade zu den leichten Aufgaben von Chefs. Wichtig ist und bleibt es aber, sich mit der Thematik in Ruhe einmal auseinanderzusetzen. Eine optimale Teamkultur kann den gesamten Handwerksbetrieb dahin verbessern, das:

● die Produktivität sich erhöht

● die Arbeitsmoral gesteigert wird

● die Fluktuation sich in Grenzen hält

● der Krankenstand sich reduziert

● der Mitarbeiter sich wohl in seiner Haut fühlt

● und der Chef auch. Das kann sich auch auf das Privatleben der Handwerker positiv auswirken.