7 einfache Tipps für verbesserte Kommunikation im Team

Mehr Erfolg durch bessere Kommunikation im Team: Wenn die Verständigung im Team stimmt, erreichen Sie ein höheres Qualitätsniveau und punkten direkt beim Kunden. In Zeiten des Fachkräftemangels stärkt bessere Kommunikation den Teamzusammenhalt und führt zu einer höheren Mitarbeiterbindung. Dies sind starke Erfolgsfaktoren für kleine und mittlere Unternehmen von heute. Mit diesen einfachen Kommunikationsregeln können alle Mitarbeiter die Kommunikation im Team verbessern.

Man kann nicht "nicht kommunizieren"...

Dieses berühmte Zitat von Paul Watzlawik, Philosoph und Kommunikationswissenschaftler, hat noch heute Gültigkeit. Selbst wenn nicht gesprochen wird, sagt dies eine Menge aus. Wir nehmen mit all unseren Sinneskanälen Botschaften entgegen – und senden Signale.

Verständigung funktioniert über Sprache (Sachebene) und die Haltung, die wir wählen, löst Gefühle aus (Beziehungsebene). Menschen analysieren intuitiv die Körperhaltung der anderen. Wenn jemand breitbeinig, mit verschränkten Armen und zusammen gepressten Lippen vor uns steht, richten wir uns auf ein schwieriges Gespräch ein. Hat unser Gesprächspartner ein freundliches Lächeln im Gesicht, locker baumelnde Arme und weit offene Augen, stellen wir uns auf eine sympathische Begegnung ein.

All dies können ordnen wir unter nonverbaler Verständigung ein, die unsere Sprache ergänzt. Im Unterschied zum gesprochenen Wort verläuft der nonverbale Austausch oft unbewusst ab.

Jeder kennt es aus eigener Erfahrung, dass schon ein kleines Wort uns reizt und in den Kampfmodus versetzt. Obwohl auf der Sachebene vermeintlich eine neutrale Aussage getroffen wird, erzeugen manche Worte auf der Beziehungsebene unangenehme Gefühle. Gute Chefs vermeiden Reizworte und ersetzen sie durch positive Redewendungen.

Vorgesetzte sind im Vorteil, wenn sie ein gutes Repertoire an positiven Formulierungen besitzen. Ein Mitarbeiter, der seine Aufgaben gerne verrichtet, erfüllt sie besser, als ein Arbeiter, der sich gemaßregelt fühlt. Gleiches gilt für die Kommunikation im Team: Ein winning Team verständigt sich auf der Sach- und der Beziehungsebene. Verwenden Sie die richtigen Worte und fördern gute Beziehungen im Team.

Wie verbessern Sie die Kommunikation in Ihrem Team? Dafür existieren hilfreiche Kommunikationsmodelle, die ein Grundverständnis vermitteln. Daraus entstehen 7 konkrete Tipps zur Umsetzung, die auch kleine- und mittlere und Handwerksbetriebe gut in den Arbeitsalltag einbauen können. Hierdurch wird die Kommunikation im Team verbessert und das gemeinsame Ziel lässt sich erreichen.

Das Eisbergmodell Kommunikation

Das Eisbergmodell geht auf den Psychologen und Arzt Sigmund Freud zurück und teilt jede Kommunikation in eine bewusste Sachebene und eine unbewusste Beziehungsebene.

Stellen Sie sich einen Eisberg bildlich vor. Die Sachebene, bestehend aus Fakten, Informationen und Argumenten ragt oben sichtbar auf, macht aber nur ca. 20 % der Verständigung aus. Der größte Teil von ca. 80 %, besteht aus der Beziehungsebene und basiert auf Emotionen, Werten und persönlichen Erfahrungen. Diese beiden Teile der Kommunikation zu optimieren führt zu besseren menschlichen Verbindungen und mehr Erfolg in der Arbeitswelt. Leistungsstarke Teams kommunizieren anders, als erfolglose.

7 einfache Tipps zur Verbesserung der Kommunikation

- Klare Zuständigkeiten formulieren

- Feedbackkultur

- positive Formulierungen

- Empathie und Vertrauen aufbauen

- Reflexion im Team

- Werte leben und kommunizieren

- Teamzusammenhalt stärken

1. Klare Zuständigkeiten und Regeln aufstellen
 

Das Gerüst eines Teams sind eindeutige Zuständigkeiten und Regeln. Für reibungslose Zusammenarbeit ist es wichtig, dass die Rolle jedes Mitarbeiters definiert ist. Der Grundaufbau der Gruppe gehört mit größtmöglicher Transparenz an alle Teammitglieder vermittelt. Erfolgreiche Inhaber entscheiden über den Aufbau der Teams und sorgen für die Bekanntgabe. Standard ist ein Organigramm und ausformulierte Teamregeln.

Besonders wenn sich durch Projekte neue Zuständigkeiten ergeben, ist es Sache des Vorgesetzten, dies im Team zu verdeutlichen. Nur wenn alle Mitarbeiter des Teams die Regeln verstehen und respektieren, entsteht eine positive Gruppendynamik. Im Kern bedeutet dies, je transparenter kommuniziert wird, umso motivierter ist das Team.

2. Feedback-Kultur statt Kritik
 

Eine positive Feedbackkultur führt Teams zu Spitzenleistungen. Die Herausforderung ist, das Feedback so zu formulieren, dass der Angesprochene es annehmen kann. Ein wichtiger Tipp ist sogenannte Reizworte zu vermeiden. Sie lösen unbeabsichtigt negative Gefühle beim anderen aus und provozieren ihn. Formulierungen wie "Du machst immer alles falsch!" führen in emotionale Abgründe. Streichen Sie auch folgende Worte aus Ihrem Wortschatz: müssen, sollen, immer, alles – es sind Killerworte.

Eine gute Möglichkeit zu konstruktivem Feedback sind Ich-Botschaften. Statt Vorwürfen werden Gefühle oder Beobachtungen beschrieben. Die Sätze beginnen beispielsweise mit "Mir ist aufgefallen, dass …". So fühlt sich der Mitarbeiter nicht angegriffen und ist offen für Verbesserungsvorschläge. Diese Technik geht auf das Konzept der gewaltfreien Kommunikation zurück. Suchen Sie nach wertschätzenden Formulierungen und bringen dem einzelnen Teammitglied Empathie entgegen.

3. Positive Psychologie und die Positivity Ratio als Messlatte
 

Aus der Positiven Psychologie ist bekannt, dass in erfolgreichen Teams öfter positive Aussagen getroffen werden als negative. Das Verhältnis von positiven zu negativen Äußerungen heißt Positivity Ratio. In sehr produktiven Teams liegt dieses Verhältnis bei 6:1, also sechsmal mehr positive Äußerungen als negative. Weniger leistungsstarke Teams liegen bei einem Verhältnis von nur 3:1.

Steigern Sie die Positivity Ratio in ihrem Team durch Fragen nach Erfolgen und welche Ziele das Team erreicht hat. Sammeln Sie positive Aussagen und ermuntern die Mitarbeiter die Stärken des Teams hervorzuheben.

4. Empathie einsetzen und Vertrauen aufbauen
 

In Spitzenteams herrscht eine vertrauensvolle Atmosphäre, die es allen Mitarbeitern erlaubt Ideen zu äußern. Verbesserungsvorschläge sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für jeden Betrieb. Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind produktiver und bringen mehr innovative Vorschläge ein.

Wie schafft man es Vertrauen wachsen zu lassen? Ziel ist es eine persönliche Bindung aufzubauen. Dies bedeutet, den anderen ausreden lassen, ein offenes Ohr haben und dem Gegenüber durch Blickkontakt signalisieren, dass seine Meinung zählt und er wertgeschätzt wird. Durch Augenkontakt, Körperhaltung, Stimme und Mimik können wir die Beziehungsebene positiv beeinflussen. Wir erinnern uns, 80 % der Verständigung läuft über die Beziehungsebene und davon der wichtigste Teil über Blickkontakt.

5. Gemeinsame Reflexion im Team
 

In regelmäßigen Teambesprechungen sollte Zeit für eine Rückschau auf die gemeinsamen Erfolge sein. Triumphe und Zielerreichung zu besprechen, fördert die Motivation und schweißt ein Team zusammen. Moderieren Sie die Meetings so, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann und Fortschritte in Gang kommen. Stecken Sie Ziele und Meilensteine für Etappenerfolge, veranstalten sie gemeinsame Workshops und bringen die Teamdynamik in Schwung.

 

6. Werte entwickeln und leben
 

Jeder Unternehmer hat innere Werte, die er in den Betrieb einbringt. Dies können traditionelle Werte eines Familienbetriebs sein oder auch innovative Werte eines Start-ups.

Darüber hinaus gibt es Grundwerte, die in allen erfolgreichen Teams existieren. Dazu gehören gegenseitiger Respekt, Offenheit, Mut und faire Zusammenarbeit.

Unabdingbar ist, dass die Teammitglieder die gemeinsamen Werte kennen und sich damit identifizieren. Sie sollten eindeutig formuliert sein, am besten in schriftlicher Form. Unternehmenswerte machen sich außerdem gut auf der Firmenhomepage.

Der Chef des Betriebs und die Vorgesetzten leben die Werte vor und sorgen für die notwendige Transparenz. Mitarbeiter, die die Werte des Unternehmens verinnerlicht haben, sind begeisterte Mitarbeiter und "brennen" für ihre Arbeit.

7. Teambuilding und Teamzusammenhalt stärken
 

Ein Team braucht Zeit sich zu formieren und unterliegt einem Entwicklungsprozess. Gezielte Teambuilding Maßnahmen durch professionelle Moderatoren helfen dem Team sich zu finden. Auch als kleinerer Betrieb können Sie den Teamzusammenhalt durch gemeinsame Aktivitäten stärken. Planen Sie Team Events, Picknicks, Schneeschuh Ausflüge, Bowling oder gemeinnützige Aktionen. In der Tradition des guten alten Betriebsausflugs geht es vor allem darum, zusammen etwas zu unternehmen und private Verbindungen anzuknüpfen. Das Team wird effizienter zusammenarbeiten, je besser die Mitarbeiter sich kennen. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und organisieren Sie regelmäßige Teamaktivitäten als Motivationskick.

Fazit: Gelungene Kommunikation im Betrieb ist ein bewusst gesteuerter Prozess. Die Kommunikationsmodelle führen zu konkreten Anleitungen für Selbständige und Unternehmer. Die Erfolgsdynamik und Motivation in Teams blühen förmlich auf durch Befolgung einfacher Tipps.

 

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